Feiner Stoff

13. März 2014

Meine erste Wahl ging ganz schnell. Ich hab mich gestern schon für den Karo-Stoff entschieden und auch dafür, dass ich die Pluder-Hosen-Variante für ihn möchte. Ich finde, der Stoff hatte noch bevor er zu einer femininen Tasche wurde, etwas von einer Punk-Hose. Mein Bruder lebte mal eine Phase, da war er Punk und trug genau solch feines Stöffchen in Form einer Röhren-Hose. Zu diesem Modell trug er natürlich einen beachtlichen und im Dorf-wo-wir-uns-zu-Hause-fühlen-sollten, aufsehen eregenden Irokesen. Ich bewunderte seine Sorgfalt, die es jeden Morgen bedurfte, um die Haare in Form zu bringen. Er konnte sich sehen lassen. Er sah toll aus und schockte!

All jene Gedanken kamen mir bereits beim ersten Blick in die Augen des wunderschönen alten Schirm-Stoffes. Das etwas ausgeblichene machte ihn verwegen und erzählte eine Geschichte. Der Mensch der diesen Schirm getragen hatte war vielleicht auch mal Punk.

Beim genaueren hinsehen stellte ich Kampfspuren an ihm fest, die ich erst einmal flicken musste. Passt doch gut zum Punk, dachte ich und wählte den grobe Zick-Zack-Stick.

Da fällt mir ein, eine Sicherheitsnadel würde sich noch gut machen oder eine Kette an der ich das Portemonnaie fest machen könnte.

Doch mit der Veränderung – Modell-Bundfalte – erlosch das haudegenhafte und heraus kam eine Britisch anmutende feine Einkaufstasche. Das gülden wirkende Innenfutter, dass ich zum Schutz vor weiteren Blessuren einnähte und dafür einen zweiten Schirm opferte, machte das Modell noch seriöser.

Dies Britische-Model möchte ich, glaube ich, vorerst als Vorführ-Tasche nutzen. Niemand konnte sich vorstellen, dass ich einen Straßenköter genäht hatte. Erst als ich ihn aus meiner Handtasche zupfte, kam ein “Oh” und “Ach” mit angehängtem Seufzer “der ist ja …” Das darüber sprechen und parallel ein Beispiel zeigen zu können, war schon bei Kalle sehr wichtig.

Das käme bei der GUTDING Einkaufstasche aus 100% Schirmstoff von kaputten Regen-Schirmen bestimmt auch nicht schlecht.

Also der Punk-Stoff wurde zum ersten Täschle, darauf folgte eine ganz schlichte schwarze und darauf wieder eine raffinierte Pluder-Schicke.

An dieser Stelle möchte ich dem Finder – dem Sohn meiner Freundin Lea sagen, dass ich den Stoff wunderschön finde. Er erinnert mich an Krawatten-Stoff oder ganz feinen Herren-Unterwäsche.

Und so als edle Pluder-Tragetasche bekommt das Muster einen ganz neuen Charme. Mit diesem Modell könnte ich glatt in die Oper gehen.

Danach nähte ich noch eine schlichte aber doch auch feine Tasche aus dezentem Karo.

Feine Stöffchen hab ich, gelle?!

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6 Kommentare vorhanden

  1. Benita sagt:

    Liebe Agapi,
    ganz wunderschön finde ich Deine Taschen!!! Die werden ein Renner! Ich nehme intensiv an Deinem Leben und dessen Entwicklung da draußen auf dem Martins-Hof teil.
    Liebste Grüße aus HH
    Benita

    • agapi sagt:

      Liebe Benita, Dein so schnellesFeedback macht mich glücklich und lässt mich gleich seelig schlafen.
      Ausserdem kann ich es richtig doll spüren, dass Du Anteil nimmst an meinem Leben hier auf Martinshof.
      Danke Dir und gute Nacht,
      Agapi

  2. svenja sagt:

    Liebe Agapi- grandios. Allerdings sitze ich hier mit stolz geschwellter brust und muss dir sagen, dass ich die punkversion gefunden habe, gegenüber von der Haubachstr. Schule vor der dortigen Sporthalle – du weißt schon hinter der Holstenbrauerei. ..
    wundertoll sehen die Dinge aus, und deine Geschichten dazu gefallen mir auch gut. jetzt bin ich umso gespannert, was von Leas Sohn kommt!! herzlich Svenja

    • agapi sagt:

      Liebe Svenja,
      Du warst die Finderin des Haubach-Punk-Schirms, wie schön! Jetzt hat er noch etwas mehr noch an Feinheit und Geschichte gewonnen.
      Kerstin hatte die Idee, den Taschen die Namen des Findungs-Ortes zu geben. Tolle Idee, nur ob mir das für die 39 Schirme noch gelingt? Welche hattest Du denn noch im Schlepptau?
      Schön, dass Du mir so nahe bist und die GUTDINGE magst, dass beschwingt mich.
      Herzens-Gruß,
      Agapi

  3. svenja sagt:

    die untere Tasche von diesen Bildern hier ist noch mein Fundstück. Er (früher: der Schirm) jetzt nach einer nicht nur Geschlechtsveränderung: Sie (die Tasche) steckte windgebeutelt in der Gaußstrasse, kopfüber in einem Strassenbeet, beim Eingang zum Werkhof.

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