Delikat St. Pauli

10. Juli 2014

Dritter Tag Akquise in Hamburg. Ich bin von einen Hahn geweckt worden. Ja, in Bullerbü lebt ein Hahn und vier Hühner. Ein kurzes Wie-wars bevor wir wieder losfahren. Es gab so viele schöne Begegnungen und lustige Überraschungen. Von einigen möcht ich berichten.

Drei ehemalige Kunden habe ich wiedergetroffen und bevor ich mich freuen konnte, muss ich doof geguckt haben. Mein Hirn wollte es erst einmal in Ruhe einordnen, was die Augen sahen. Da traf altes Leben auf Neues – zu viel auf einmal. Aber nach dem ich die Zusammenhänge wieder beieinander hatte, ging es voller Freude in ein heiteres Geplaudere über.

Mein Ich hat sich verändert. Das ist mir beim Alte-Welt-traf-auf-Neue bewusst geworden. Das hilft, das ist, wie wenn man auf Klassenkameraden von früher trifft oder  nach Jahren in die Straße-der-Kindheit kommt.

Ich finde mich entspannter. Ich muss mich nicht mehr größer machen als ich bin. Ich bin ich und die die ich bin, hab ich ganz gern. Ich und ich haben Spaß, können über einander lachen und freuen uns über die Lockerheit in uns. Ich fühle mich nicht mehr verlassen und einsam. Ich hab mich geborgen. Ich hab einen ganz tollen Mann an meiner Seite, mit dem es super-viel Freude macht durch Hamburg zu touren und immer wieder in die Läden zu gehen.

Der neue Hofladen vom Kattendorfer Hof in der Max-Brauer-Allee 249 war auch ein Genuss. Dort trafen wir Gabriele, mit der wir uns sehr fein unterhalten konnten. Just als wir kamen, war ein Kunden-Luft-Fenster. Vorher noch kamen etliche und gingen, doch als wir gemeinsam ein Sprech-Päuschen machen wollten war die Zeit dafür da. Wir redeten über Neuseeland, über die vielen Menschen, die von sich aus Mitglied in der Solidaren Landwirtschaft vom Kattendorfer Hof werden wollen und den anfänglichen Schwierigkeiten den neuen Laden zu eröffnen. Es hat mich sehr beschwingt. Danke für das schöne Gespräch, Gabriele.

Unserer letzten Adresse war das Delikat St. Pauli in der Clemens-Schulz-Straße 55, was ich Euch empfehlen möchte. Martin, der Inhaber ist ein herzlicher, offener und interessanter Mann und seinen Laden hat er mit so viel Liebe und Geschick eingerichtet und mit so vielen Besonderheiten bestückt, dass es ein Übersichts-Paradies an heimischen, kleinen und feinen regionalen Produkten ist.

Ausserdem war es mein persönliches Feierabends-Glück hier mit einem Gläschen Riesling den erfolgreichen Tag friedlich und in freundlicher Geselligkeit zu beenden. Wir saßen draussen vor dem Lädchen, tauschten uns aus, gaben einander Tipps, machten uns Mut und freuten uns, dass es etwas frischer wurde.

So, nun pack ich meine acht Sachen und dann geht´s los. Mal sehen, was mich heute trifft und beschäftigt. Ich liebe ja die vom Schicksal liebgemeinten Tritte in Hintern. Durch sie werde ich.

©agapi_delikat_0899

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