Neues Buntes

22. August 2014

Man könnte meinen, ich hätte den ganzen Sommer über geschlafen. War aber nicht so. Es ist so viel schönes, bedenkliches und turbulentes um mich herum gelaufen, manches hat mich angefahren, so das ich es erst einmal erleben sowie verdauen musste und einmal hats mich sogar getroffen. Volle Lotte ins Herz, darüber brüte ich noch. Keine Sorge mir und Rado geht es gut, wir haben uns nur in diesem Sommer treiben lassen, von dem was kam und uns mitnehmen wollte. Ja wir haben uns mehrmals auf das vorbeifahrende Schiffchen gesetzt und sind dahin geschippert, wo das Schiffchen hintrieb.

Da wo wir gelandet sind war es traumhaft schön. Altwerden hab ich geübt – einfach dasitzen in einer Hollywood-Schaukel und in die Weite schauen – schwing, schwing, schwing, schwing. Nichts tun. Schwing, schwing, noch nicht einmal denken, was ich jetzt alles tuen müsste. Schwing, schwing, ich habe mich in der-Ruhe-ergeben geübt. Ich habe für kurze Zeit meine innere Stille gefühlt. Ganz kurz.

Auf der Nordart war ich Dank einer Aussenwirkung und ich kann sie von Herzen empfehlen noch bis zum 12.10.2014 zu besuchen. Sie erfrischt, nährt die Seele, den Geist und erfüllt Dich mit neuem Bunten. Ich dachte immer, die Biennale in Venedig könnte nichts topen, aber wir haben hier im Norden wirklich eine unglaublich feine Alternative. Allein schon die Räumlichkeiten in der sich die Kunst ausbreiten darf sind ein Geschenk. Staunend stand ich da, berauscht von der Größe und Eigenart der Hallen, überschüttet von der Vielfalt an Gedankengut, mitgenommen von dem vielen Fremden und strahlend, gefüllt voll Dankbarkeit. Danke das es diese Kultur-Stätte gibt und ich sie kennenlernen durfte.

Nun scheint es als würde der Sommer mit dem Ende der Ferien bereits in den Herbst übergehen. Das Wetter macht es fühlbar und auch das, was mir ins Herz geschossen ist, lässt mich ahnen, dass ich mich bald schon von dem Einen verabschieden und etwas neues erfahren darf. Das ist Herbst. Ich rieche ihn so gerne und doch macht er mich jedes Mal auch ein wenig traurig, wenn ich ihn bewusst erhasche. Er ist voll von Abschied-nehmen, voll von Vertrauen-haben-in-das-es-irgendwann-wieder-einen-Neubeginn-geben-wird, voll von Loslassen. Das Sich-auf-ihn-einlassen ist wie das altwerden-üben. Schwing, schwing, dann fällt das Laub, schwing, schwing, die Tage werden kürzer, schwing, schwing, wir verändern uns, schwing, schwing. Ich bekommen so viele Möglichkeiten zu wachsen.

Ich wünsche mir, dass ich wieder einmal loslassen kann, um mich Neuem zu öffnen und ich wünsche mir auch, die Offenheit in mir zu tragen daran und dadurch zu wachsen.

©agapi_nordart_0367

Hinterlassen Sie einen Kommentar