Angekommen!

4. Dezember 2014

Mir glückt es recht gut, dem Chaos, das bis zu meinen Knöcheln schwappt, willkommen zu sagen. Hei, was soll’s, es ist wie es ist und kommt auch wieder geregelt. Lebensabschnitte, in denen ich genauestens wissen werde, was als nächstes kommt und wo was liegt, wird es bestimmt noch zur genüge geben. Ausserdem glaub ich ja, dass so ein Umzug mit dem ganzen wo-ist-nun-schon-wieder-das-und-wo-hatte-ich-doch-gleich-jenes, wie ein dicker Wälzer-Sudoku-durcharbeiten ist. Das belebt das Hirn!

Rado und ich sind tatsächlich den ganzen November über, unter der Woche, vom Hexenhäuschen in das Souterrain des Neverstavener Gutshauses gezogen. Am Anfang noch ganz entspannt einmal die Woche, Mitte November dann zwei Mal und am Ende waren wir dankbar, das unsere Produktions,-Auslieferungs-und-Verkostungs-Woche auch aus fast-freien Dienstagen, Mittwochen und Donnerstagen besteht. Unglaublich, was alles in so ein hutzeliges Hexenhäuschen passt und irre auch, was ich an Dingen um mich herum versammelt habe. Nun ja, ich möchte Gnade walten lassen. Rado und ich haben jetzt mehr Dinge lieb als vorher, wir haben in der Zwischenzeit GUTDING gegründet und das ist wie ein Baby, das braucht viel, nicht nur Aufmerksamkeit.

Und am letzten Donnerstag haben wir es dann geschafft. Das Hexenhäuschen haben wir besenrein-gewischt-frei übergeben und eingetreten sind wir in ein kunterbuntes komprimiertes Chaos. Wir wollten es so, denn wir haben uns so sehr in den Ort Neverstaven verliebt. Verliebt in die Musik, die in ihm steckt. Wir beide, Rado und ich. Wir wollten unbedingt noch in diesem Jahr den Schritt wagen, und so schnell wie möglich den Geist, die Luft, die Energie, die Nähe an die Hamburger-Groß-Küche, die Natur, den Gutsgarten, den Neubeginn, die Chancen, … ja, es sind die Chancen die sich an diesem magischen Ort zu verbergen scheinen. Es scheint mir, als sängen es schon die Bäume von ihren Wipfeln.

Wir sind jetzt erst einmal provisorisch in den West-Flügel mit Sack und Pack gezogen, denn da gibt es zwei fertige Zimmer. Sobald klar ist woher die Feuchtigkeits-Flecken an der Wand kommen wird unsere Souterrain-Wohnung in Spe grundsaniert und dann, wenn wir wiederum mit Sack und Pack in den fertigen Ost-Flügel gezogen sind, kann mit dem Zurechtmachen der Profi-GUTDING-Küche im West-Flügel begonnen werden. Also Ost-Flügelchen wird Privat und West-Flügelchen – mit der bezaubernden historischen Gustküche – wird GUTDING. Momentan ist noch nichts von dem da, was werden soll, also leben wir im späteren Trocken-Lager und im Büro – also in einem Drittel vom West-Flügelchen.

Und das gröbste Chaos haben Rado und ich auch schon beseitigt. Das tut vielleicht gut, nach all dem Vielen was da um mich sprang.

Wenn alles in der Wohnung und noch nicht an seinem Platz sondern einfach Raumeinnehmend in der Wohnung steht, dann ist das Volumen an Dingen die sich um einen herum versammelt haben noch dreimal mehr, als brav in Regalen sortiert. Es quoll mir gefühlt in mein Herz, ich musste mich zusammenreißen, um nicht zu verzweifeln. Immer wieder traten Sprüche meines kämpferischen Gegenspielers in mein inneres Ohr „Ha, schau genau hin, Du bist ein Messi! Du sammelst sogar Rost! Du sammelst Müll! Du sammelst kaputte Regenschirme! Das nennt der Volksmund Messi!“

Heute geht es mir schon viel besser, ich fühle mich angekommener als noch vor ein paar Tagen. Ich habe heute sogar die jungen Rosen im Gutsgarten und auch das Olivenbäumchen geschafft einzupacken, damit sie den kalten Winter überstehen.

Ach und herzlichen Danke, Michel und Phillip fürs raus-tragen-helfen der fies-schweren Möbel und Danke Malte fürs rein-tragen-helfen der fies-schweren Geräte. Danke, liebe Nachbarn.

©agapi_rosenwinter_0757©agapi_rosenwinter_0754

8 Kommentare vorhanden

  1. Liebe Agapi, lieber Rado,
    geschafft … ach wie wunderbar. Wir kommen euch besuchen … im nächsten Jahr, bis dahin kaufen wir weiterhin … Schnucki und Nett.
    Setzt euch nicht unter Druck … alles findet sein Plätzchen.
    Viele liebe Grüße aus SL

    • agapi sagt:

      Liebe Kerstin,
      wir haben es gar nicht mehr geschafft bei Euch vorbei zu kommen und euch bis-bald-zu-knuddeln.
      Um so mehr freu ich mich jetzt über Deine Zeilen.
      Halte Dich wacker, tolle Frau und dann bis in 2015.
      Herzens-Grüße,
      Agapi

  2. Hi Agapi! Das gut ahbe ich im sommer fotografiert! Unheimlich schön! Eure historische Küche interessiert mich auch als Location! ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und ein tolles Weihnachtsfest!!!! :-))))

    • agapi sagt:

      Wirklich? Das ist ja irre … ja, und wir wohnen da jetzt! Sobald wir mit der Gutsküche soweit sind, sagen wir Dir natürlich bescheid:-)
      Ganz lieb-frohe Grüße und auch Dir ein feines Fest,
      Agapi

  3. Sara sagt:

    Liebe Agapi,
    auch wenn ich es noch nicht geschafft habe, Dir ausführlich auf Deinen Brief zu antworten, in Gedanken hüpf ich mal zu Dir und dann wieder woanders hin ;-)
    Was wuppt ihr alles – und tröste Dich, auch ich plage mich immer mit dem Messi… wahrscheinlich haben Gestalter aller Dinge das so an sich, man kann es auch lieblich ausdrücken: Kreatives Chaos – (oder ist das eine Ausrede?…) ;-)
    Liebgruß & trotz allem eine ruhige Adventszeit!
    Sara

    • agapi sagt:

      Schön von Dir zu hören Sara!
      Irgendwie hab ich es gefühlt, dass du immer mal in Gedanken zu mir kommst:-)
      Und ich glaube Du hast recht, das kreative Chaos hat ja auch was, es beflügelt uns und daraus schöpfe ich auch sehr viel meiner ganzen Ideen. Also, willkommen liebes Chaos, nimm Platz und mach es Dir gemütlich!
      Ganz liebe Grüße und Dir und Deinen Lieben auch eine kreativ-frohe Vorweihnachtszeit,
      Agapi

  4. Liebe Agapi, lieber Rado,
    auf diesem Weg gratulieren wir euch herzlich für diesen Riesenschritt, den ihr eurem Ziel wieder näher gekommen seid! Wenn auch mächtig viel Arbeit dahinter steckt, dürften die wohligen Gefühle die Anstrengungen wohl einigermaßen wettmachen. Den Rest werdet ihr auch noch schaffen, Schritt für Schritt. Wir wünschen euch auf jeden Fall eine schöne Weihnachtszeit und alles Liebe und Gute für eure Zukunft.
    Herzlichst Ruth und Jochen

    • agapi sagt:

      Liebe Ruth, lieber Jochen,
      oh ja, die Erschöpfung ist groß, so wie die Freude über diese besondere Chance, die uns gegenüber steht. Wir schauen voller Dankbarkeit und Zuversicht zurück und nach vorne, gehen ganz achtsam weiter Schritt für Schritt und sind sehr gespannt ob der vielen Möglichkeiten die auf uns warten. Herzlichen Dank, Ihr Lieben für Eurer vortwährendes dabeisein und die lieben Wünsche. Auch wir wünschen Euch eine feine Vorweihnachtszeit und freuen uns schon bald Euch bei uns willkommen heißen zu können.
      Ganz liebe Grüße, Agapi

Hinterlassen Sie einen Kommentar