weiterschreiben

7. Juli 2013

Letztes Jahr im Sommer hab ich mit schreiben begonnen. Dann hat es mich eingeholt und ich konnte gar nicht mehr klar denken. Beinahe hätte es mich vor meiner Hochzeit aus den Schuhen gehoben. Da hab ich lieber mal ein Päuschen eingelegt. Zu dolle waren all die Gefühle, die wieder in mir hochgekommen sind.

Zwischenzeitlich bekam ich Furcht, den Faden nicht wieder aufzunehmen. Das mich das Mich-mit-meiner-Geschichte-zu-beschäftigen traurig macht, weh tut und Fragen hinterläßt, das wußte ich. Doch das es so viel in mir bewegt und auslöst hätte ich nicht so sehr für möglich gehalten.

Ich hab mir eine Falle gestellt, damit ich wieder anfangen muss. Ich bin wieder nach Frankreich gefahren. Ins selbe Dorf, ins selbe Haus und mit der selben Frau. Und wieder, wie im Jahr zuvor hab ich mich Tag und Nacht verkrümmelt und geschrieben. Die Wut und meine Trauer wechselten sich ab, als seien es beste Freunde. Sie kamen vorbei, schüttelten mich und gingen wieder. Schwer, wie ein großer Stein und erschöpft müde, ausgewrungen wie ein Scheuerlappen legte ich mich ins Bett und dachte an so vieles und doch an nichts. Ich war ich, ich war heute und nicht mehr gestern. Ich lebte und bezwang mein gelebtes und abgeschlossenes Leid. Ich würde gewinnen, weiterschreiben und es sichtbar machen. Ja, ich will es sichtbar machen.

Nur an den Wochenenden bin ich raus und hab auf den Flohmärkten für mein Lädchen in Spe eingekauft.

Ich fühlte mich zwar ein bissdel wie ’ne Boutique-Inhaberin die schon im Sommer für den Winter des Folgejahres einkauft. Aber ich hatte das Gefühl, ich müsste das tun. Nun ja, mein Plan ist auf alle Fälle auf gegangen, ich hab das 1. Drittel meines Lebens aufgeschrieben. Den Hauptstrang bildet meine Gegenwart. Nicht ganz, ich gehe etwas zurück. Starten tue ich mit meinem Traum, den ich kurz nach meinem 10-jährigem Jubiläum 2010 träumte und nassgeschwitzt aufwachte, weil sie mich so real zur Ritterin schug. Ich hatte von der Queen geträumt.

Ein Kommentar vorhanden

  1. […] Deshalb hab ich bestimmt auch das Buch zu schreiben begonnen. Vielleicht wollte ich mich frei von meiner Schuld schreiben? Ich habe lange geglaubt, versagt zu haben. Ich hab meiner kleinen Schwester nicht helfen können in unser “gutes” Leben zu klettern. Ich wollte mir das alles von der Selle schreiben, damit abschließen, mich frei von alledem machen. Wenigstens mich retten. […]

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