Indianer kennt Schmerz

19. Januar 2014

Ich bin noch beim Mich-Entwickeln. Das dauert! Dazu kommt, das sich Dem-Wachsen-stellen ans Herz geht und aufs Gemüt schlägt. Natürlich nur, wenn man sich nicht ablenken kann. Und hier in der Wallachei hat es so gar nichts, was mich ablenken könnte. Hier höre ich den ganzen Tag meine Gefühle lautstark in mir sprechen. Hier gibt es keine Fenster-der-Nachbarn in die ich schauen kann, um mich auf andere Gedanken zu bringen.

Spieglein, Spieglein

10. Januar 2014

Es passiert so viel und doch weiß ich grad nicht, wie ich Euch auf dem Laufenden halten kann. Das Erlebte und Gefühlte ist nicht so klar in Erzähl-Päckchen zu packen. Aber ich will es versuchen, denn irgendwie hat es verdammt viel mit dem Sich-selbst-entwickeln zu tun und das hat ja wiederum ganz arg viel mit Gemeinschaftsbildung was am Hut.

Gut Kirschen essen

7. Januar 2014

Ach und noch ein Tipp von Svenja. Den Artikel hat sie in der taz gefunden. Danke auch hierfür Svenja. Ich verlinke jetzt den Artikel (von Florian Zimmer-Amrhein) in dem ein langhaariger Grauer von 1989 bis 2004 Bürgermeister war. Schöner Artikel.

Überblick einer Sehnsucht

7. Januar 2014

Neulich bekam ich eine Info von Svenja und wollte sie schon die ganze Zeit mit euch teilen. Es gibt da anscheinend so ein Verzeichnis in dem 430 Gemeinschaften, Ökodörfer, Siedlungs- und Wohnprojekte sich vorstellen. Des weiteren sind da Artikel zur Gemeinschaftsgründung, zur gesellschaftlichen Relevanz von Gemeinschaften und zur wissenschaftlichen Forschung in und über Gemeinschaften drinnen.

Die Gedanken, die sind frei

5. Januar 2014

Ein Glück und ein Pech zugleich. Je nachdem, von wo aus man auf die Gedankenwelt schaut. Sie beschützen uns und sie machen uns das Leben zur Hölle. Die Gedanken in Worte zu fassen und uns mitzuteilen, ist eine hohe Kunst. Ich versuche es schon seit ich denken kann und weiß, dass Worte ein irres Werkzeug sind. Mit ihnen kann ich mir den Weg durch die Welt bahnen und noch heute stehe ich manchmal da und bin sprachlos oder verunsichert, weil ich das Verhalten der Anderen und ihre Gedanken partout nicht erraten kann.

Reichlich Schwein

3. Januar 2014

Hier ist echt was los. Zwischenzeitlich dachte ich ja, uns würde keiner Besuchen kommen. Aber jetzt hatten wir schon recht viele Gäste – spontane, verabredete und lang-überlegte – und das fühlt sich gut an. Es hilft auch, den Martinshof und unser Hexenhäuschen zu beseelen. Nach jedem Besuch füllte es sich angekommener an und mit jedem mal den Gästen den Hof zeigen komme ich dem Örtchen selber noch näher.

Was für ein Jahr!

30. Dezember 2013

Pappe-dicke-satt ist das Jahr 2013. Es möchte aus dem Spiele-Paradies abgeholt werden, es ist müd, es möchte sich einfach nur hinlegen, strecken und abtreten. Mehr passt da auch nicht mehr rein und ich bin dankbar, dass es Morgen wieder ein frisches Hemdchen bekommt. Danke, dass immer wieder neue Jahre folgen und ich älter werden darf. Herrlich, das wir Kapitel schließen und neue aufmachen dürfen. Welch Organisationshilfe.

Pflanzenkunde

29. Dezember 2013

Meinem eigenen Versprechen, bis zum 6. Januar mal richtig zu entspannen und nur den Rehen beim grasen, den Vögeln beim zwitschern und den Bäumen beim hin-und-her-schwanken zuzuschauen, hab ich gestern den Rücken zugewandt. Mir hat es so in den Fingern gejuckt.

Wiederkehr des Lichts

27. Dezember 2013

Den Himmel von um neun in der Früh möchte ich unbedingt mit euch teilen.
Er ist so bezaubernd gewesen.

Und die Sonne geht wirklich schon einen Hauch früher auf!

Schwere lastet abwärts, Licht strömt aufwärts

23. Dezember 2013

Heute versprach es draussen wunderschön zu werden als ich die Augen aufschlug. Der Himmel leuchtete schon blitze-blau und als ich zu meinem Fenster im Schreib-Zimmer hinaufeilte, ging gerade die Sonne auf, als feuerrote Kugel. Welch wunderschöner Anfang für einen Tag nach einem Hängerchen. Danke, lieber Wettergott für diese Unterstützung.

Maria durch ein Dornwald ging

21. Dezember 2013

Das Lied mochte ich immer sehr gerne. Wir haben es in der Schule um die Adventszeit gesungen. Wir haben überhaupt viel gesungen. Seufz! Ihr glaubt gar nicht, was bei mir sich in den letzten Tagen alles im Kopf zeigt und wälzt.

Besuch von der roten Minna

18. Dezember 2013

Heute hatten wir hier oben einmal kurz ein Sonnen-Fenster. Das haben wir gleich genutzt und einen Brief zum Briefkasten gebracht. Ja, dafür muss man hier mehrere Kilometer hinter sich bringen.

Ab ins Körbchen

16. Dezember 2013

Die Weihnacht rückt näher und mit ihr der Druck, sich diesem Ritual auf irgendeine Art und Weise zu nähern. Mir ist schon seit geraumer Zeit immer etwas mulmig zumute, wenn es beginnt in Supermärkten Lebkuchen und glitzernde Artikel zu geben. Dann erschrecke ich mich jedesmal. Nicht nur, weil ich “Au Backe, ist’s schon wieder zuende, das Jahr!” denke, sondern weil ich mich, wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, versorgt fühlen möchte. Es verunsichert mich noch immer, jedes Jahr aufs neue.

Aus die Maus

14. Dezember 2013

Nun ist es schwarz auf weiß geschrieben, unser Loft in der Fettstraße ist hinfort. Mir ist ganz fluffig im Bauch. Aber der neue Mieter ist ein feiner.

Mein Wert gefühlt

12. Dezember 2013

Meine letzte Rechnung, die ich gestellt habe und darüber meinen Wert sichtbar auf meinem Konto verbuchen konnte, ist geraume Zeit her. So habe ich es gewollt und so ist mein Wunsch auch in Erfüllung gegangen. Aber ich wusste zu der Zeit noch nicht, wie wichtig mir dieser Applaus von außen ist. Ich habe die Geld-Regen-Segen-Wert-Kombination so richtig erst im nachhinein schätzen gelernt.

Mehr Dorf, bitte!

8. Dezember 2013

Rado ist mein schärfster Kritiker. Nun ja, er ist mir am nächsten und ich frage und bitte ihn immer, mir brühwarm gerade-heraus zu sagen, was er von meinen Beiträgen hält. “Es ist zur Zeit ganz schön viel “Dein Leben”. Aber so ist es eben. Es ist ja auch Dein Blog.” ich dachte noch darüber nach und Rado hatte schon eine Idee. “Berichte doch mal von unserem Plan!”

chérie, es schneit!

6. Dezember 2013

Es hat gepfiffen, geheult, kräftig durch die Ritzen gepustet und an den Türen gescheppert. Unseren Bus hab ich zur Sicherheit am Abend noch mitten auf die Wiese gestellt, damit er nicht von einem umgefegten Baum zermalmt wird.

himmel-hoch-jauchzend

4. Dezember 2013

Es ist jetzt die dritte Nacht, die wir hier im Hexenhäuschen verbringen und ich schlafe wie ein Stein. Wenn wir das Licht löschen ist das Licht aus, da scheint nichts mehr durch die Fenster. Nix! Doch, bestimmt würde der Mond, wenn er denn durch den Nebel scheinen könnte, uns etwas Licht schenken.

Hallo Wehmut

2. Dezember 2013

Es ist gerade ganz still um mich herum. Da können meine Gefühle mal zur Geltung kommen. Sie schnellen förmlich nach vorne in die erste Reihe, tanzen wie wild vor meiner Nase herum und sind sich nicht ganz sicher, ob sie mir Angst einjagen oder herzlich unterhalten wollen. Da ist auf der einen Seite meine tiefe Verbundenheit, zu mir und der gefühlten Sicherheit, dass ich mich auf dem rechten Weg befinde. Unmittelbar gegenüber auf der anderen Seite sehe ich, wie durch mehrere Schichten Transparent-Papier, all meine Erfahrungen die ich mit dem Leben-auf-dem-Land verbinde.

Scheiden tut weh

30. November 2013

Meine Freundin Kerstin erzählte mir neulichst, dass es eine erforschte Stresspunkte-Vergabe gibt, bei der 100 Punkte an das Verlieren-durch-Tod-eines-geliebten-Menschen geht und ganze 30 Punkte an das Umziehen-an-einen-neuen-Ort. Ich wäre, glaube ich, ein wichtiges ergänzendes Forschungs-Element. Bei mir wird in Ausnahme-Zuständen jener Stoff freigesetzt, den Obelix in seinem Bottich hatte in den er als Kind hineingefallen war.

Es regnete Vergnügen

26. November 2013

Es war herzallerliebst in Nesle-et-Massoult und alles was erledigt werden wollte lief locker, fröhlich und überaus geschmeidig. Ich bin glücklich. Die Hinfahrt war in einem durch nur leider nicht zu schaffen, nach Luxenburg war ein solch doller Nebel. Das habe ich noch nie erlebt, ich konnte nichts mehr sehen. Also haben Bärbel und ich uns um 2 Uhr an den Wegesrand zu anderen LKWs gestellt und uns hinten in die Bus-Ladefläche gelegt.

muss i denn,

21. November 2013

Das Umzugsunternehmen, das uns nächste Woche Mittwoch unter die Arme greift, macht echt einen anständigen Eindruck. Ich hab darauf bestanden, dass sie diesmal vorbeikommen und sich ein Bild von unseren Sachen und der tückischen Wendeltreppe machen. Ausserdem wollte ich sie unter besonderer Obacht betrachten und von meiner mittlerweile schmerzhaft angehäuften Menschen-Kenntnis gebrauch machen. Unser letzter Umzug war der Horror und daraus hab ich gelernt. Immer schön vorher einander gegenüber stehen und beim Händeschütteln merken, ob’s passt.

Meine Nerven lagen kurz blank

20. November 2013

Gestern lief nicht alles reibungslos. Es war rückblickend natürlich nur eine feine Kleinigkeit, die mich zum abfeuern aufrief, aber in solchen Momenten sehe ich es kurzzeitig anders. Vielleicht ist gerade alles einen Hauch zu viel und ich ein Fünkchen überfordert. Aber das das in der Werkstatt mit der Anhängerkupplung-an-den-Bus-machen sowas von lange gedauert hat, dass ich noch mal in den Garten gehen und meiner Wollust Büsche-zurück-schneiden nachgehen konnte, hat mich gleichzeitig gesäuert. Mein Doppeltermin stand in Gefahr.

Guten Morgen, Universum!

19. November 2013

Das mit dem Sich-einen-Parkplatz-wünschen kennt glaube ich jeder, oder? Als ich noch ein Workaholic-Wesen war und kaum Zeit fand, mir über mich und mein Leben gedanken zu machen, da bretterte ich immer des Nachts mit 1000 Sachen über die Max-Brauer-Allee nach Hause, als würd es egal sein, ob es mich in Balde noch gibt oder nicht. Ein Teil in mir wollte sogar das Schicksal herausfordern. Ja, ich wollte mit meinem Schicksal ins Duell ziehen.

Es hat gewonnen! Irgend etwas in mir trat doch auf die Bremse, als das Altonaer Rathaus schon fast in mir klebte.

Puh!

17. November 2013

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll? Hinten!

Danke Renate für die Gläser am vereinbartren geheimen Ort unten im Hof. Ich hab sie gefunden und konnte eben noch schnell drei Liter Quitten-Gelee eingekocht. Den Saft hatte ich bereits in Flaschen verstaut. Dachte, ich sei schlau und könnte so den Umzug überbrücken, aber nix da. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber manche Flaschen explodieren. Dann knallt mal eben eine Flasche in viele Einzelteile und der Saft spritzt in alle Himmelsrichtungen. Oder als ich eben nach Hause kam lag ein Schraub-Deckel im Raum. Kleine Geschosse haben wir hier in der Fettstraße stehen, da muss ich was machen! Der gute Quittensaft! Ich kann ihn doch nicht nur so sinnlos rum-knallen-und-spritzen-lassen wie bei der Formel eins.

Sonnen-Traum-Auf

15. November 2013

Meine Finger sind ganz müde und schleichen eher verhuscht über die Tastatur, als das sie die Buchstaben-Tasten willensstark drücken würden. Von meinem restlichen Körper ganz zu schweigen.

Danke für’s wecken!

12. November 2013

Auch wenn ihr mir’s nicht glaubt, ich war zwei Tage als Schleife an einem Geburtstags-Geschenk in Stellshagen. Vielleicht war ich auch das i-Tüpfelchen oder das Sahne-Häupchen. Egal, ich hab auf alle Fälle nicht lange gefackelt und “Ja, ich will!” zu Stephan gesagt. “… ich will deiner Frau eine gute Geburtstags-Begleiterin sein!”

Hätt’ ich dich heut erwartet

10. November 2013

Es ist köstlich, wie leidenschaftlich Rado mit seinem Können Brot zu kreieren umgeht. Morgens um fünf wird der Ofen vorgeheizt, der Laib-Teig schläft noch im Kühlschrank. Wie ich räkelt er sich und will es nicht wahr haben, dass der Tag wohl schon zu beginnen scheint.

Es martint sehr

9. November 2013

Heute war ich mit meinen Kastanien auf dem Martinsmarkt in der Nienstedtener Waldorfschule. Die Kastanien sind Lea und Petra. Zwei wundervolle Frauen, die ich 2011/2012 beim Mich-weiterbilden im Bernard Lievegoed Institut kennen und lieben lernen durfte.

Was wir da studiert haben? Uns und unsere Wahrnehmungsfähigkeit für Andere, das Begreifen der Ursachen von schwierigem Sozialverhalten und eine liebevoll gewappnete Haltung in schwierigen Situationen zu bewahren.

Straßenlaternen vergessen lernen

7. November 2013

Geputzt haben wir heute auf Martinshof. Die erste Fuhre war voll mit Sachen, die als erstes raus aus der Stadt mit aufs Land dürfen. Spaten, Forke, Sonnenliegen. Im Dachgeschoss begonnen, haben wir uns fleißig Fenster-putzend, Spinnweben-wegsaugend und Dielen-wienernd in unserer neuen hutzeligen Bleibe nach unten gearbeitet. Das hat mich mit dem Ort verbundener gemacht. Irre, aber das putzende Raum für Raum abtasten macht, dass ich den Ort viel schneller mit mir bekannt machen kann.

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