Danke für’s wecken!

12. November 2013

Auch wenn ihr’s mir nicht glaubt, ich war zwei Tage als Schleife an einem Geburtstags-Geschenk in Stellshagen. Vielleicht war ich auch das i-Tüpfelchen oder das Sahne-Häubchen. Egal, ich hab auf alle Fälle nicht lange gefackelt und “Ja, ich will!” zu Stephan gesagt. “… ich will deiner Frau eine gute Geburtstags-Geschenk-Begleiterin sein!”

Das war so vor einem guten Monat und ich Optimistin dachte mir, entweder sind Rado und ich dann schon auf Martinshof gelandet oder wir werden noch landen. Dazwischen kann mir eine Mini-pups-Auszeit doch nur guttun. Ich werde einfach Abschalten. Ja, ich werde kurz einatmen und ausatmen, dann ziehe ich nach Martinshof und lande, sollte ich es noch nicht getan haben.

Stellshagen ist das Bio- und Gesundheits-Hotel, zu dem ich vor sieben Jahren Meine-zweite-Heimat gesagt und dort die pikantesten Erkenntnis-Schübe bekommen habe, die einschneidend mein Leben verformten.

Die Kombination aus dem Weit-ab-vom-Schuss-Ort, den Sensibel-rum-flanierenden-Bewusst-Menschen und dem Ausserordenlich-anderem-Angebot-an-Unterhaltungs-und-Beschäftigungs-Tools haben mich wachgeküsst. Mich haben die merkwürdige Ereignisse, wie das Meditative-gehen-um-den-See, das Viertelstunde-schreien-und-Viertelstunde-still-sitzen oder das Betanzen-der-vier-Grund-Elemente aus der Bahn geworfen. Ich war nach diversen Aufenthalten so dermaßen entschleunigt, das ich mit meiner schicken Renn-Semmel nicht mehr mit 300 nach Hause flitzen konnte.

Nach ein paar Jahren mit meiner Zweiten-Heimat im Herzen machte es keinen Sinn mehr.
Wieso bretterte ich so? Wollte ich die Erste in Hamburg sein?
Es wartete niemand auf mich, ich war die meiste Zeit Single.

Einatmen und ausatmen. Ich merke, wie mich Ich-vor-sieben-Jahren nachträglich berührt. Es ist ein bewegendes Kapitel in meinem Leben. Es wird einen breiten Fleck in meinem Buch erhalten.

Rado habe ich den Ort-des-Wandel-Geschehens vor zwei Jahren mal gezeigt. Weil ich nicht so recht eine Heimat zum zeigen habe, machte ich einen Exkurs in eine Für-mich-wichtg-gewordene-Quelle-des-Anderen. Etwas peinlich, das mein Leben sich dank eines Hotels ins positive verwandelt hat. Aber schlussendlich doch auch egal, wodurch man ins Glück purzelt, hauptsache ich habe mich ins Glückliche gedreht.

Als ich Hanna gestern meinen langen Agapi-spricht-mit-sich-selber-Spazier-Weg verriet und mit ihr abgeschritten bin, kamen mir so einige meiner Gedanken wieder in den Sinn und ich traf in meinem Kopf-Kino das Orakel.

Ich war immer über Weihnachten und Sylvester in meine Zweite-Heimat gefahren, um mich vor Dummheiten zu schützen und da war eine neuartige Unterhaltung zu Sylvester, das Orakel. Es war etwas kräftiger, weiblich, trug gnomiges grün und hatte lange graue Haare, eben wie es Orakel tragen. Das erste Jahr durfte ich einen Stein aus einem Säckchen ziehen, das zweite Jahr eine Karte und das dritte Jahr eine brisante Frage stellen. Es war unheimlich, famos, cool und bizarr. Es wußte alles über mich und sagte mir das was es wußte und noch mehr, brühwarm ins Gesicht. Jedes Jahr ging ich im Anschluss an die Orakel-Sitzung mit seiner Antwort spazieren, auf eben diesem Ich-muss-mal-mit-mir-sprechen-Weg. Und, jedes Jahr habe ich versucht, auf-den-Pot-gesetzt-verändert in mein altes Leben zurück zu kehren. Es hat mich ausgehöhlt, Tropfen für Tropfen und eine neue Füllung konnte kommen.

Einatmen und ausatmen.

Es war schön-schaurig, die zwei Tage an den Ort des Wandel-Geschehens zurückzukehren. Die intensiven Gespräche mit Hanna haben meine zweite-Heimat aufgefrischt, mit Neuem angereichert und mit rosa bemalt. Eine Farbe die noch fehlte.

Und als wir vom Hof fuhren, bin ich ganz gemach mit Rados Smart nach Hamburg getuckelt.

Ich bin kaum wieder zu erkennen.

©agapi_stellshagen_6769_1

2 Kommentare vorhanden

  1. Und ich danke dir für zwei wunderschöne, unvergessliche Tage!

    • agapi sagt:

      Ja, alleine schon unsere herzallerliebste Anreise werde ich nicht vergessen. Das unser Gesprächsstoff von Anbeginn so spannend war, dass wir uns sowas von Verfahren haben, ist doch ein Zeichen für hoch-unvergesslich. Dieser Blick von der Scharbeutzer Promenade über die Ostsee bei dem Wetter … hätten wir sonst nie zu Gesicht bekommen. Ja, Toll wars, Danke Dir!

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